Manche Gerichte vergisst man nie. Nicht, weil sie perfekt waren, sondern weil sie nach Zuhause geschmeckt haben. Nach langen Küchentischen, Familienritualen, Sonntagen auf dem Land oder dem ersten eigenen Käsebrot nach der Schule.
Genau darum geht es bei „Hamburgs Sterne – Kindheit auf dem Teller“: Hamburger Spitzenköch:innen erzählen ihre persönliche Geschichte über Essen – und bringen die Gerichte ihrer Kindheit in einer neuen, überraschenden Form zurück auf den Teller.
Für dieses besondere Format öffnen drei Hamburger Restaurants ihre Küchen und servieren Menüs, die Erinnerungen wachrufen: ehrlich, emotional und gleichzeitig auf höchstem kulinarischen Niveau interpretiert.
Zwischen Hühnerfrikassee, Käsetoast, Erdbeeren mit Milch oder Labskaus wird schnell klar: Kindheit schmeckt für jede:n anders – aber fast immer nach Geborgenheit.
Datum:
Sonntag, 7. Juni 2026
Zeit: 12:00 – 15:00 Uhr
Ort (verschiedene Orte):
Restaurant Heimatjuwel, Stellinger Weg 47, 20255 Hamburg
Restaurant ZEIK, Sierichstraße 112, 22299 Hamburg
Restaurant 100/200 Kitchen, Brandshofer Deich 68, 20539 Hamburg
Buchung:
Direkt über die drei Restaurantwebseiten
Heimatjuwel – Marcel Görke
Im Heimatjuwel stehen die Gerichte für genau das, was viele mit Kindheit verbinden: Wärme, Verlässlichkeit und das Gefühl, zuhause zu sein. Marcel Görke bringt Erinnerungen aus seiner ländlichen Kindheit auf den Teller – geprägt von eigenem Gemüse, Tieren vom Hof und einfachen Gerichten, die nie viel brauchten, um besonders zu sein.
Besonders präsent ist dabei das Hühnerfrikassee mit Kartoffeln. Ein Essen, das es bei ihm zuhause regelmäßig gab und das bis heute für Geborgenheit steht. Die Hühner kamen vom eigenen Hof, gekocht wurde ohne großen Aufwand – aber genau diese Ehrlichkeit macht das Gericht bis heute so bedeutend.
Auch die Klütersuppe mit Kirschen oder Pflaumen gehört zu diesen Erinnerungen. Ein einfaches Familiengericht, oft zubereitet mit Obst aus dem eigenen Garten, das für Marcel bis heute untrennbar mit Zuhause verbunden ist. Süß, vertraut und voller Nostalgie.
Spannend ist auch seine Geschichte über Pilze: Als Kind konnte er sie nicht ausstehen, heute gehören sie selbstverständlich zu seiner Küche dazu. Erst während seiner Ausbildung entwickelte sich aus Ablehnung echte Begeisterung. Gerade dieser Wandel zeigt, wie sehr Geschmack auch etwas mit persönlicher Entwicklung zu tun hat.
Für das Event serviert das Heimatjuwel ein Menü zwischen Waldpilzgulasch, Toast Hawai, Hühnerfrikassee und Klütersuppe – Gerichte, die bewusst nahbar bleiben und trotzdem eine neue Tiefe bekommen.
„Gemeinsames Essen bedeutet für mich und meine Familie weit mehr als nur zusammen am Tisch zu sitzen – es sind die besonderen Momente, die uns im oft hektischen Alltag wieder zusammenbringen.“
100/200 – Thomas Imbusch & Sophie Lehmann
Im 100/200 wird Kindheit nicht romantisiert, sondern auseinandergenommen, hinterfragt und neu zusammengesetzt. Thomas Imbusch und Sophie Lehmann erzählen mit ihrem Menü von misslungenen Kochversuchen, prägenden Familienmomenten und Gerichten, die erst Jahre später ihre eigentliche Bedeutung bekommen haben.
Der Abend startet mit einem Käsetoast – entstanden aus der wohl universellsten Kindheitserinnerung überhaupt: dem Käsebrot. Ein simples Abendessen, das fast jede:r kennt und das schon früh zum ersten eigenen kulinarischen Experiment wurde. Mal mit Ketchup, mal überbacken, mal mit irgendeiner wilden Sauce kombiniert. Im 100/200 wird daraus eine erwachsene Version dieser Erinnerung.
Mit der „Proletenauster“ folgt eines der persönlichsten Gerichte des Menüs. Inspiriert von Sophies Erinnerung an die selbstgemachte Wurst ihres Vaters und einem gescheiterten Wurstprojekt von Thomas entstand ein Gericht aus Wurstbrät, Bohnen und kräftigen Aromen – bewusst deftig, ehrlich und voller Charakter.
Auch die Königsberger Klopse tauchen wieder auf, allerdings nicht in ihrer klassischen Form. Für Thomas waren sie als Kind ein kulinarischer Höhepunkt – bis spätere Versionen oft enttäuschten. Im 100/200 werden sie deshalb als würziges, schlotziges Ragout neu interpretiert, das die ursprüngliche Idee des Gerichts wieder ernst nimmt.
Zum Abschluss kommt mit der Zunge Bordelaise ein Gericht auf den Tisch, das eng mit Thomas’ früher Begeisterung für die französische Küche verbunden ist. Zwischen Kochbüchern, Praktika und ersten Küchenversuchen entstand seine Liebe für echte Klassiker – und seine Abneigung gegen industrielle Kopien. Das Gericht ist deshalb auch eine kleine Ehrenrettung klassischer Küche.
ZEIK – Maurizio Oster
Bei Maurizio Oster im ZEIK stehen die kleinen Alltagsmomente der Kindheit im Mittelpunkt. Kein Luxus, keine Inszenierung – sondern Gerüche, Rituale und Gerichte, die sich tief eingebrannt haben.
Sein Menü beginnt mit einem „Abendbrot“ aus Kohlrabi und Brot. Inspiriert von frischem Gemüse direkt aus dem Garten seiner Eltern erinnert das Gericht an einfache Brotzeiten, wie sie früher selbstverständlich waren.
Im Mittelpunkt steht außerdem Hühnerfrikassee – für Maurizio pures Kindheitsglück. Dazu gehörten immer Currypulver und eine Maggi-Flasche auf dem Tisch. Genau diese kleinen Rituale machen für ihn die Erinnerung aus. Für das Menü denkt er sogar über eine eigene Interpretation der berühmten Würzsauce nach.
Das Dessert verbindet zwei starke Kindheitssymbole: Erdbeeren mit kalter Milch und Schmalzgebäck wie vom Hamburger Dom. Für Maurizio bedeutet das vor allem Sommer. Die ersten reifen Erdbeeren der Saison, einfache Desserts und dieses ganz bestimmte Gefühl von Ferien und Zuhause.
Auch Gerichte wie Grünkohl oder Labskaus spielen für ihn eine wichtige Rolle. Der Duft von Grünkohl erinnert ihn an Wintertage, Spaziergänge mit der Familie und ein warmes Zuhause. Labskaus wiederum verbindet er unmittelbar mit seinem Bruder und den sehr eigenen Familienversionen des Gerichts.
Dabei zieht sich ein Gedanke durch seine gesamte Küche: Gute Produkte und ehrliche Gerichte brauchen keine große Inszenierung.
„Bei uns gab es immer bodenständige Gerichte mit den besten Produkten aus dem eigenen Garten. Das ist auch mein Ansatz heute in meinem Sternerestaurant.“
Hinweis zu Foto- und Videoaufnahmen
Während der Veranstaltung werden Foto- und Videoaufnahmen gemacht. Das entstandene Material kann im Rahmen der Kommunikation und Berichterstattung von OPEN MOUTH Hamburg sowie den teilnehmenden Restaurants für Print-, Online- und Social-Media-Kanäle verwendet werden. Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären sich Gäste hiermit einverstanden.